Kommende Ausstellung

Motiv: Deutsches Historisches Museum, Berlin / A. Psille

Trotz der vorübergehenden Schließung laufen die Vorbereitungen zur nächsten Ausstellung auf Hochtouren. Hierfür gelang es dem Museum, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr ausgestellten Werke des Saarbrücker Rathauszyklus mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, dem Förderverein für das Historische Museum Saar, der Willy-Walch-Stiftung und der Saarland Sporttoto GmbH anzukaufen: sieben großformatige Gemälde des Künstlers Anton von Werner.

Webcam der Live-Restaurierungsstation – Verfolgen Sie live die Fortschritte der Restaurierungsarbeiten an „Fürst Bismarck“

Ein Blick hinter die Kulisse – Öffentliche Live-Restaurierung vor Ort und digital
Verfolgen Sie die Restaurierung von „Fürst Bismarck“ und „Die Ankunft König Wilhelms I. in Saarbrücken“ in den Räumen des Museums live mit.

Eine öffentlich zugängliche Restaurierungswerkstatt unterhalb der großen Freitreppe im Untergeschoss des Museumsbaus veranschaulicht die einzelnen Schritte der Restaurierungsarbeit, die normalerweise den Blicken der Museumsbesucherinnen und –besucher verborgen bleiben. Dabei können sie der Diplom-Restauratorin Katharina Deimel über die Schulter schauen und Fragen stellen. An einer Tafel werden die einzelnen Schritte der Restaurierung beschrieben und mit entsprechenden Fotos bebildert.


Entnehmen der Farbprobe © Historisches Museum Saar, Thomas Rössler


Säubern der Leinwand © Historisches Museum Saar, Thomas Rössler

 

Ende März sollen die Arbeiten an „Fürst Bismarck“ beendet sein, sodass er seinen Platz innerhalb des Alt-Saarbrücker Rathauszyklus wieder einnimmt. Erst dann hält das größte Gemälde des Zyklus „Die Ankunft des Königs Wilhelm I. in Saarbrücken“, mit einer Breite von über fünf Metern, Einzug in die Werkstatt. Weitaus stärker beschädigt – mit zwei großen Löchern in der Leinwand – steht es im Zentrum der Restaurierungsstation und des Vermittlungskonzepts.

Anhand einer erhaltenen Schwarz-Weiß-Fotografie des Originalgemäldes werden die darauf abgebildeten Personen identifiziert und deren Bedeutung im Bild erklärt. Vergleichend dazu wird auch das Vorgemälde an dieser Stelle reproduziert. Dieses unterscheidet sich deutlich von der letztendlichen Fassung, sodass Besucherinnen und Besucher dann in einer Art Suchspiel die Unterschiede finden sowie den Grund dafür entdecken können.

Eine Live-Restaurierung dieser Größenordnung ist deutschlandweit bisher einzigartig. Sie wird von der Kulturstiftung der Länder, dem Ministerium für Bildung und Kultur Saarland sowie dem Förderverein für das Historische Museum Saar finanziert.

 

Sturm auf den Spicherner Berg © Historisches Museum Saar, Thomas Roessler

Monumente des Krieges.

Der Saarbrücker Rathauszyklus Anton von Werners und unser Bild vom Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 (ab Wiedereröffnung der Museen - 31. Oktober 2021)

Anton von Werner (1843-1915) war einer der bedeutendsten Historienmaler des Deutschen Kaiserreiches. Als Freund des preußischen Kronprinzen hatte er starken Einfluss auf die Kulturpolitik des Landes. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören das Mosaik im Sockel der Berliner Siegessäule und „Die Proklamierung des deutschen Kaiserreiches“ (1885).

In Saarbrücken gestaltete der Künstler den Innenausbau des Alt-Saarbrücker Rathaussaales, ein Anbau hinter dem Rathaus, am heutigen Nanteser Platz. Anton von Werner schuf einen monumentalen Zyklus aus sieben Gemälden, die auf den Deutsch-Französischen Krieg und die Gründung des Deutschen Reiches verweisen. 1880 wurde der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Saal als nationales Denkmal eröffnet.

Nachdem sich der Rathauszyklus jahrelang in Privatbesitz befand, bietet sich nun die Gelegenheit einer öffentlichen Präsentation. Das Historische Museum Saar bereitet eine Ausstellung zu den Gemälden, rund um die Themen Krieg und Nation und mediale Rezeption vor. Neben der Historienmalerei und den Schlachtenpanoramen wird auch die damals gerade aufkommende Fotografie betrachtet sowie die Frage nach der Realität des modernen Krieges gestellt. Ein Ziel der Ausstellung wird es sein, die Bildsprache der Kunstwerke zu entlarven und die nationale Verklärung kritisch unter die Lupe zu nehmen. Mit Bezug auf die Deutsch-Französische Freundschaft werden gegenwartsrelevante Themen wie die gesellschaftlichen Auswirkungen eines übersteigerten Nationalismus (im 21. Jahrhundert) aufgegriffen.

 

Victoria von Anton von Werner © Historisches Museum Saar, Thomas Roessler
Graf Moltke © Historisches Museum Saar, Thomas Roessler

 

Detail des Victoria-Gemäldes von Anton von Werner aus dem Saarbrücker Rathauszyklus (1880) © Historisches Museum Saar, Selina Wagner
Detail des Victoria-Gemäldes Anton von Werners mit einem Krieger als Symbolfigur für Norddeutschland (1880) © Historisches Museum Saar, Selina Wagner

 

 

Das gegenüber dem Alt-Saarbrücker Rathaus gelegene Historische Museum Saar präsentiert die monumentalen, bis zu 5,5 Meter breiten Gemälde in nur 150 Meter Entfernung, unmittelbar in der Nähe ihres ursprünglichen Standortes. Zwei Gemälde bedürfen aktuell noch einer teils umfangreicheren Restaurierung.

 

 

Leihgeber:

  • Deutsches Historisches Museum, Berlin
  • Bayerisches Armeemuseum, Ingolstadt
  • Technoseum, Mannheim
  • Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Saarbrücken
  • Wehrgeschichtliches Museum Rastatt
  • Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden
  • Wehrtechnische Studiensammlung, Koblenz
  • Stadtarchiv Saarbrücken
  • Landesarchiv des Saarlandes
  • Geheimes Staatsarchiv Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
  • Collection Musée de la Bataille du 6 Août 1870, Woerth
  • Collection Musée Westercamp, Wissembourg
  • Mairie de Stiring Wendel
  • Musée Historique de Strasbourg
  • Musée de la Guerre de 1870 et de l'Annexion, Gravelotte

 

Gefördert durch die Kulturstiftung der Länder

Am 2. August 1870 kam es in Saarbrücken zu den ersten größeren Kampfhandlungen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71. Am 6. August 2020 jährte sich der 150. Jahrestag der Schlacht bei Spichern. Nur unweit von Saarbrücken entfernt und auf der Landesgrenze gelegen, ist das Schlachtfeld von Spichern der einzige Kriegsschauplatz des Deutsch-Französischen Krieges, der deutsches Hoheitsgebiet berührte.

 

Kooperationspartner (wird erweitert):

Musée de la Guerre de 1870 et de l'Annexion, Gravelotte

Musée de la Cour d'Or, Metz

Citadelle de Bitche (Museum)

Musée de la Bataille du 6 Août 1870, Woerth

Musée Westercamp, Wissembourg

Musée de l`image, Epinal

Conservation des Musées du Parc naturel régional des Vosges du Nord

Association Territoire 1870

Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Saarbrücken

Wehrgeschichtliches Museum Rastatt

Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit

Verein für Landeskunde im Saarland

Bibliothèques-Médiathèques de Metz

Landesarchiv des Saarlandes, Saarbrücken

Stadtarchiv Saarbrücken

Landesdenkmalamt Saarland, Schiffweiler

Französisches Generalkonsulat im Saarland, Saarbrücken

Gemeinde Spichern

Communauté d'agglomération de Forbach

DRAC Grand Est - Conservation régionale des Monuments historiques

Staatskanzlei des Saarlandes, Saarbrücken

Landtag des Saarlandes, Saarbrücken

Landeshauptstadt Saarbrücken