SAARGESCHICHTE PLAKATIV.
Die 60er und 70er Jahre

Saargeschichte plakativ. Die 60er und 70er Jahre

Mit einer Auswahl von 130 saarländischen Plakaten aus den Jahren 1960 bis 1979 beleuchtete die neue Sonderausstellung des Historischen Museums Saar schlaglichtartig die politische, wirtschaftliche und kulturelle Annäherung des Saarlandes an die Bundesrepublik und die Öffnung nach außen.

Die Exponate stammten überwiegend aus dem Fundus des unseres Museums.

Ergänzt wurden sie durch Leihgaben des Landesarchivs, des Stadtarchivs Saarbrücken und des Archivs des Saarländischen Rundfunks.

"Unsere Lasso" war noch "naturrein" (1960),  "Amora. Echter Senf aus Dijon" kam aus Dudweiler (1962), Santana spielte in der Saarlandhalle (1976) und Bernd Klüver, der "Junge mit der Mundharmonika", trat mit seiner Band beim "Musik Express" der Jungen Union in Sulzbach auf (1975). Die Plakate der Ausstellung wurfen Schlaglichter auf zwei Jahrzehnte saarländischer Geschichte.

Neben vielen Umbrüchen und Veränderungen gab es aber auch eine Konstante: Ministerpräsident und Landesvater war während der beiden Jahrzehnte Franz Josef Röder.

Die Röder-Jahre waren geprägt durch eine überschaubare Zahl politischer Parteien, CDU, SPD und FDP, die Strukturkrise der Kohle und Stahlindustrie und wichtige Modernisierungsprozesse in den Bereichen Infrastruktur, Bildung und Verwaltung.

Mit ganz besonderen Problemen hatte die saarländische Wirtschaft zu kämpfen.

Mit dem "Tag X", dem 6. Juli 1959, war die Rückgliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik zwar formal abgeschlossen. Die Saarwirtschaft sah sich aber nun dem Konkurrenzdruck bundesdeutscher Großkonzerne ausgesetzt. So suchte sich die traditionsreiche heimische Tabak- und Waschmittelindustrie zwar durch Abwehrwerbung mit regionalem Bezug zu behaupten, verschwand aber letztendlich fast vollständig von der Bildfläche. Mit Ford, Bosch und ZF gelangen andererseits auch wichtige Neuansiedlungen.

Die Eröffnung der deutsch-französischen Gartenschau im Jahre 1960, die ebenfalls seit 1960 stattfindende "Französische Woche im Saarland" und die Auftritte namhafter Chansoniers und Theaterkompanien stehen beispielhaft für eine neue deutsch-französische Freundschaft.

Doch das Saarland öffnete sich nicht nur zum direkten Nachbarn, sondern zu vielen Ländern, auch jenseits des "Eisernen Vorhangs". So wurde 1975 die Städtepartnerschaft zwischen Saarbrücken und Tblissi abgeschlossen, die erste zwischen einer westdeutschen Stadt und einer aus der ehemaligen Sowjetunion.

Die Plakate illustrierten auch gesellschaftliche Veränderungen und den Wandel von Wertvorstellungen. Die Entstehung von Bürgerinitiativen, ein geschärftes Bewusstsein für den Denkmalschutz und die Lebensqualität im eigenen Stadtviertel, die Einrichtung von Fußgängerzonen und die zahlreichen Dorf- und Stadtfeste bringen ein neues Wir-Gefühl zum Ausdruck.

Beim Rundgang durch die Ausstellung tauchten Namen prominenter Zeitgenossen auf, die man nahezu automatisch mit den 60er und 70er Jahren verbindet: Dieter Thomas Heck und die "Hitparade", Manfred Sexauer und "Hallo Twen", Ferdi Welter, James Last und Otto Waalkes.

Wir danken der Sparkasse Saarbrücken für die freundliche Unterstützung der Ausstellung.

Bisherige Sonderausstellungen und Präsentationen

Geschlossene Gesellschaft

01.02.2022–29.05.2022

Im Jahr 2021 feierte die traditionsreiche Saarbrücker Casino-Gesellschaft ihren 225 Geburtstag. Mit einer Sonderpräsentation vom 01. Februar bis zum 29. Mai 2022 erinnerte das Historische Museum Saar an ihre wechselvolle Geschichte.

Monumente des Krieges

19.03.2021–31.10.2021

Die Ausstellung präsentierte erstmals seit 76 Jahren die Werke des Saarbrücker Rathauszyklus Anton von Werners. Sie setzte sich am Beispiel der Historienmalerei zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 kritisch mit der Inszenierung und Instrumentalisierung von Krieg und Nation auseinander. Dabei arbeiteten wir mit fast 20 deutschen und französischen Partnern und Leihgebern zusammen. Eine große Vielfalt an Quellen und Medien wurde dabei einbezogen, unter anderem Druckgrafiken, Depeschen und Zeitungsberichte, Memoiren, Feldpostbriefe und auch das moderne Massenmedium des Kriegspanoramas als Vorläufer des Kinos sowie die noch junge Fotografie.

20er Jahre

19.10.2019–15.11.2020

Die Zwanziger Jahre verbindet man mit Bubikopf, Charleston und Art déco. Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages im Januar 1920 schlug aber auch die Geburtsstunde des Saarlands.  Die Ausstellung „Die 20er Jahre“ beleuchtet die Anfangsjahre des Saarlandes und erweitert den Blick bis zum Anschluss des Saargebietes an das Deutsche Reich. Neben der gut erforschten politischen Geschichte rund um die Besatzungszeit, die französische Grubenverwaltung und den Abstimmungskampf widmet sich ein großer Teil der Ausstellung erstmals dem alltäglichen Leben im Saargebiet.

Popstars vor der Popkultur

31.08.2019–24.11.2019

Pop-Ikonen wie Madonna und Prince, Stars wie George Clooney und Angelina Jolie kennt heute jeder. Wird das in 100 Jahren auch noch so sein? Schnelllebigkeit und Vergänglichkeit sind Teil der Popkultur, ebenso wie die Unsterblichkeit, die einige durch sie erlangen.

Steinerne Macht

17.11.2018–23.06.2019

Die Kulturlandschaft in Lothringen, Luxemburg und im Saarland zeichnet sich durch einen reichhaltigen Bestand von mehr als 200 Burgen, Festungen und Schlössern aus. Das Historische Museum Saar fasst erstmals mit seiner neuen Sonderausstellung „Steinerne Macht“ die Forschungen zu diesen Anlagen in der Großregion SaarLorLux zusammen.

Saar-Wars

02.12.2017–15.04.2018

Nur wenige Tage vor dem Start des neuen Star-Wars-Films Episode 8 und 40 Jahre nach der Premiere des allerersten Star-Wars-Films in den USA eröffnete das Historische Museum Saar unter dem Titel „Saar-Wars“ eine kleine, aber faszinierende Sonderpräsentation, die sich an die legendäre Filmreihe anlehnt.

Im Plattenland

12.10.2017–22.10.2017

Das Historische Museum Saar kooperiert mit dem PopRat Saarland im Rahmen des „Colors of Pop-Festivals“. Es ist das erste Festival, das die gesamte Bandbreite der Popkultur mit allen ihren Genres. Zum Festival gestaltet der Künstler O. W. Himmel jetzt im Auftrag von PopRat und Historischem Museum Saar einen ganzen Raum im Museum mit seiner Kunst rund um das Thema Vinylkultur.

Prominente Menschen aus dem Saarland.

29.08.2017–13.05.2018

Insgesamt wurden vom Museumsteam 113 prominente Personen ausgewählt. In der Sonderausstellung stehen inklusive der Kunstfiguren Max Palu und Heinz Becker 30 Persönlichkeiten in Einzelpräsentationen im Mittelpunkt. Zu sehen sind 120, überwiegend noch nie gezeigte, private Objekte von 36 Leihgebern.

Unterwegs im Auftrag des Stern

01.09.2016–02.04.2017

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Eine Binsenweisheit, deren Richtigkeit das Historische Museum Saar mit der Ausstellung „Unterwegs im Auftrag des Stern. Arbeiten des Fotojournalisten Hans-Jürgen Burkard“ unter Beweis stellt.

Saarland. Eine europäische Geschichte

07.10.2015–30.12.2015

Das Saarland ist das jüngste der alten Bundesländer. Es wurde geprägt durch seine außerordentlich bewegte Geschichte im Herzen Europas. Die Spuren seines europäischen Charakters lassen sich bis zu den staatlichen Anfängen des Landes vor knapp hundert Jahren zurückverfolgen.

Saargeschichte plakativ

17.05.2015–06.09.2015

Mit der Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Ende der 1950er Jahre sah sich das nunmehr jüngste Bundesland vor große Herausforderungen gestellt. Vor allem galt es, möglichst rasch Anschluss an das im „Wirtschaftswunderland“ herrschende Fortschrittsniveau zu finden. Gerade für die Saarwirtschaft war dieser Anpassungsprozess ausgesprochen kompliziert. Sie kämpfte gegen eine übermächtige Konkurrenz, deren „neue“ Produkte heiß begehrt waren.

Zwischen Kaiserwetter und Donnergrollen

23.11.2014–08.03.2015

Vor dem Ersten Weltkrieg, im wilhelminischen Kaiserreich, war das Leben der Menschen geprägt durch das extreme Spannungsverhältnis zwischen rasanten technischen und wissenschaftlichen Veränderungen auf der einen und einer extrem konservativen Gesellschaftsordnung auf der anderen Seite.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgten politische Krisen z. B. auf dem Balkan und in Russland, Konflikte in den Kolonien und Probleme innerhalb der Gesellschaft wie der ausgeprägte Militarismus, Zensur und Bevormundung oder die ungelöste soziale Frage.

Arbeit zeigen

27.04.2014–21.09.2014

Bergleute, Hüttenmänner, Schmiede, aber auch Bauern, Bauarbeiter und Fischer bevölkern das Historische Museum Saar. Als Plastiken oder Skulpturen sind sie vielfältige Beispiele künstlerischer Darstellungen von Arbeit.

Aufgehobene Zeit

15.09.2013–23.02.2014

Archive sind die Black Boxes der Informationsgesellschaft. Fast jeder weiß, dass dort wichtige Fakten über die Vergangenheit gespeichert werden, fast niemand weiß, wie es darin aussieht. Und kaum jemand ahnt, wie groß die Bedeutung von Archiven für das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft wirklich ist.

Komisches Volk! Drôle de peuple!

18.11.2012–07.07.2013

Unter dem Titel „Komisches Volk! - Drôle de peuple!“ zeigt das Historische Museum Saar eine hochkarätige Ausstellung mit Arbeiten des französischen Starkarikaturisten PLANTU, die einerseits Deutschland aus französischer Sicht kritisch unter die Lupe nehmen, andererseits aber auch die deutsch-französischen Beziehungen während der letzten Jahrzehnte spiegeln.

90 Minuten

06.05.2012–30.09.2012

Der Saarbrücker Ferdi Hartung (geb. 1931) ist einer der ganz Großen der deutschen Sportfotografie. Über viele Jahrzehnte hielt er mit seiner Kamera die entscheidenden Momente des Sportgeschehens fest. Besonders seine Aufnahmen aus der Anfangszeit der Fußball-Bundesliga sind legendär.

Saar Rock History

17.05.2011–30.12.2011

Die Sonderausstellung zeichnet mit einem breiten Spektrum an Exponaten  die Geschichte der Rockmusik im Saarland von den Anfängen bis in die Gegenwart nach. Seit den frühen 1960er Jahren prägte die im anglo-amerikanischen Raum entstandene, sich rasch weltweit bis in die letzten Winkel der Provinz ausbreitende Rockmusik zunehmend das Lebensgefühl der Jugend. Es entwickelten sich von ortsansässigen Bands getragene, regionale Rockszenen, die, wie im Saarland, durchaus quirlig und  facettenreich sein konnten.

Silhouettenwechsel

21.11.2010–13.03.2011

Im Historischen Museum Saar kann man eine faszinierende Reise durch die Geschichte der Mode antreten und diese in all Ihrer Vielfalt und Sinnlichkeit erleben. Die präsentierten Schätze, originale Damenkleider, Mieder, Dessous, stammen aus dem einzigartigen Bestand des Münchner Modemuseums, das über eine der bedeutendsten Sammlungen Europas verfügt.

Kleine Saarländer – Kinderfotos aus 100 Jahren

11.05.2010–17.10.2010

Fast jeder hat sie zuhause, Alben mit eingeklebten oder eingesteckten Bildern oder den berühmten Schuhkarton, vollgestopft mit Fotos: Erinnerungen an die Kindheit, an Ferien oder besondere Festtage, Porträts von nahen oder entfernten Verwandten, manchmal auch Bilder aus dem Alltag und von der Arbeit.

Gottfried Böhm

07.03.2010–28.03.2010

Prof. Gottfried Böhm beging im Januar seinen 90. Geburtstag. Seit 20 Jahren ist das sanierte Schloss mit dem Mittelbau von Gottfried Böhm wieder die Stadtkrone Saarbrückens. Dies nimmt der Deutsche Werkbund Saar gemeinsam mit dem Regionalverband Saarbrücken und der Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss zum Anlass, in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und dem Historischen Museum Saar eine Ausstellung mit den saarländischen Bauten und Projekten Gottfried Böhms zu zeigen.

Kunststoff-Welten

20.09.2009–31.01.2010

Styropor, Bakelit, Nylon, Perlon Celluloid usw...

Seit mehr als 140 Jahren verändern künstlich hergestellte Werkstoffe die Welt und das Verhalten der Menschen. Im 20. Jahrhundert gelang ihr großer Durchbruch und es gibt kaum eine Lebenssituation, in der wir nicht von Gegenständen aus Kunststoff umgeben sind.

50 Jahre Saarländischer Rundfunk

12.11.2006–15.04.2007

Zum 50. Geburtstag des Saarländischen Rundfunks präsentiert das Historische  Museum Saar in Kooperation mit dem SR eine Sonderausstellung, die am Beispiel der Geschichte des Senders mit zahlreichen Film- und Tondokumenten und in szenischen Bildern aufzeigt, wie Radio und Fernsehen über die Jahrzehnte unseren Alltag verändert haben.