UNTERWEGS IM AUFTRAG DES STERN

Journalistin Katja Gloger und Fotograf Hans-Jürgen Burkard vor einem Großfoto, das die beiden im September 2001 zeigt

Unterwegs im Auftrag des Stern.
Arbeiten des Fotojournalisten Hans-Jürgen Burkard

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Eine Binsenweisheit, deren Richtigkeit das Historische Museum Saar mit der Ausstellung „Unterwegs im Auftrag des Stern. Arbeiten des Fotojournalisten Hans-Jürgen Burkard“ unter Beweis stellte.

Burkard hat auf der ganzen Welt fotografiert, war lange Jahre für die Illustrierte Stern unterwegs und ist vielfach ausgezeichnet worden. So erhielt er 1994 als erster Deutscher den renommierten Infinitiy Award des International Center of Photography in New York und war für den Visa pour l'image Perpignan nominiert.

Er berichtete von den Brennpunkten des Zeitgeschehens und hat mit seinen mittlerweile legendären Aufnahmen unsere Vorstellungen vom Untergang der Sowjetunion mitgeprägt. Aber auch Umweltskandalen wie der Vernichtung des Regenwaldes und dem ungebremsten Raubbau an den Bodenschätzen Sibiriens war er auf der Spur.

Immer war er mit seiner Kamera Zeuge und Chronist der Zeitgeschichte – so mit seinen „Deutschlandbildern“, die zwischen Zugspitze und Nordsee das Lebensgefühl seiner Zeitgenossen einfangen.

"An Tagen wie diesen" (Hans-Jürgen Burkard): 1. Mai Demonstration in Berlin-Kreuzberg 2013

Die Ausstellung zeigte 22 Reportagen aus dem Stern und zusätzlich über 130 nicht veröffentlichte, großformatige Abbildungen.

Darüber hinaus thematisierte sie die Fotoreportage als Zusammenspiel von Fotografie, Wort und Layout als einer vergleichsweise jungen Sparte der journalistischen Berichterstattung. Gleichzeitig gestattete sie Einblicke in den Beruf des Bildreporters, der heute jedoch schon wieder dank digitaler Medien und der Allgegenwart des Handys im Aussterben begriffen ist.

Gedruckte Bildreportagen sind somit in vielerlei Hinsicht zur historischen Quelle per se geworden.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen wurde ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten.

Zu der Sonderausstellung ist ein Katalog von 48 Seiten zum Preis von 9,90 € erschienen, mit ausgewählten großformatigen Fotos von Hans-Jürgen Burkard, einem der bedeutendsten Fotojournalisten unserer Zeit. Eine Einführung in seine fotografische Arbeit, detaillierte Bildlegenden und ein Interview mit dem Fotografen runden den Band ab.

"Der Urwald stirbt nur einmal" (Hans-Jürgen Burkard): Brandrodung am Amazonas 1988. Brasilianische Großgrundbesitzer ließen große Waldflächen für den Soja-Anbau und die Rinderzucht niederbrennen, mit katastrophalen Folgen für die Umwelt
"Der Putsch 1993" (Hans-Jürgen Burkard): Im September 1993 hatte Präsident Jelzin per Dekret das russische Parlament aufgelöst und das Parlamentsgebäude mit Truppen umstellt. Im Oktober errichteten Jelzin-Gegner Barrikaden und setzten sie in Brand.