SAAR-ROCK HISTORY

Saar-Rock History.

Die Sonderausstellung zeichnete mit einem breiten Spektrum an Exponaten die Geschichte der Rockmusik im Saarland von den Anfängen bis in die Gegenwart nach.

Seit den frühen 1960er Jahren prägte die im anglo-amerikanischen Raum entstandene, sich rasch weltweit bis in die letzten Winkel der Provinz ausbreitende Rockmusik zunehmend das Lebensgefühl der Jugend. Es entwickelten sich von ortsansässigen Bands getragene, regionale Rockszenen, die, wie im Saarland, durchaus quirlig und facettenreich sein konnten.

In den unterschiedlichen Ebenen der Ausstellung spiegelte sich diese Entwicklung:

Aus dem Himmel blickten die großen Rockidole wie Jimi Hendrix, Jim Morrison oder John Lennon auf nationale und internationale Stars, die man bei Gastauftritten im Saarland live bewundern konnte, wie z.B. Frank Zappa 1978 im Saarbrücker Ludwigsparkstadion.

Bald gab es aber auch regionale Rockstars wie die Ghost Riders, Dies Irae oder später Blackeyed Blonde, denen die Ausstellung eigene Bühnenbilder widmete. Einige dieser saarländischen „Helden“ starteten später sogar eine internationale Karriere wie Herman Rarebell mit den Scorpions oder Frank Farian.

Zu den auratischsten Exponaten der Ausstellung zählten originale Bühnenoutfits u. a. von Rick de Soto (Juicy Lucy, ex Lancelot), Herman Rarebell, Frank Nimsgern und den Sängerinnen der Gruppe Boney M.

Einen besonderen Platz in der Sonderstellung nahmen die Gitarre, das Kleid und die Schuhe ein, mit denen die Sängerin Nicole 1982 im britischen Harrogate auftrat und zum ersten Mal für Deutschland den „Eurovision Song Contest“ gewann. Sie dokumentierten ein herausragendes Ereignis der saarländischen Musik-, wenn auch nicht im engeren Sinne Rockgeschichte.

Der naturgetreue Nachbau einer 60er-Jahre-Bühne, Videoaufnahmen und ein sensationeller Amateurfilm aus dem Jahre 1967, der das Geschehen rund um einen Auftritt der Band „The Starfighters“ im Keller des St. Wendeler Restaurants Lindenau dokumentierte, machte die frühen Jahre der Rockmusik wieder lebendig.

Und wer, infiziert durch die visuellen Eindrücke, seinen rockigen Gefühlen Ausdruck verleihen wollte, der konnte sich mit E-Gitarre oder Electronic Drums in einem inszenierten Probenraum selbst als Rock-Musiker versuchen.

Weitere Informationen zur saarländischen Rock-Szene findet man in dem 1991 zum ersten Mal veröffentlichten, inzwischen schon legendären Buch "Saar Rock History" von Roland Helm und Norbert Küntzer, das in erweiterter Fassung mit zahlreichen Abbildungen neu erschienen ist, und im Museumsshop für 39.80 € erworben werden kann.