SILHOUETTENWECHSEL – MODE SPRENGT MIEDER

Im Historischen Museum Saar konnte man eine faszinierende Reise durch die Geschichte der Mode antreten und diese in all Ihrer Vielfalt und Sinnlichkeit erleben. Die präsentierten Schätze, originale Damenkleider, Mieder, Dessous, stammten aus dem einzigartigen Bestand des Münchner Modemuseums, das über eine der bedeutendsten Sammlungen Europas verfügt.

Mit 60 originalen Kleidungsstücken für drunter und drüber sowie Fotos, Plakaten, Gemälden und Karikaturen zeichnete die Ausstellung die Entwicklung der Mode und den Wandel der Schönheitsideale und Körpersilhouetten in Europa vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach.

Dabei wandelte sich das erotische Idealmaß mit jeder Epoche. Wurde der weibliche Körper beispielsweise im Rokoko, in der Belle Epoque und in den 1950er Jahren durch Hilfsmittel wie Mieder bzw. Korsett in Form geschnürt und dadurch Busen, Wespentaille und Po betont, erlaubte die Mode in der Zeit des Directoire und Empire, in der Reformkleid-Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und in den 1920er Jahren den Frauen mehr Bewegungsfreiheit.

Daran lassen sich nicht nur kulturgeschichtliche Veränderungen, sondern auch der Wandel des jeweiligen Frauenbildes ablesen.

Einige Exponate der Ausstellung mögen auf besonderes Publikumsinteresse gestoßen sein, denn sie wurden von berühmten Frauen getragen: ein Promenadenkostüm der Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt „Sisi“, ein Tanzkleid der Kaiserin Soraya von Persien sowie ein Cocktail- und ein Tageskleid der Schauspielerin Romy Schneider.

Zur Ausstellung ist ein gleichnamiges Katalogbuch mit 144 Seiten, 69 Farbtafeln und 86 überwiegend farbigen Abbildungen erschienen.