Das Historische Museum Saar

Das Museum zur Landesgeschichte und zur Grenzregion

Im Jahre 1985 gründete der Stadtverband Saarbrücken im Kellergeschoss des Saarbrücker Schlosses das „Regionalgeschichtliche Museum“.

Ausgangspunkt für die erste ständige Ausstellung war die Entdeckung einer Arrestzelle, die die Gestapo nach 1935 in den Kellergewölben des Schlosses hatte einbauen lassen. Die Zelle, deren Wände mit den Inschriften der inhaftierten Opfer bedeckt sind, sollte nicht nur als Gedenkstätte breiteren Besucherschichten zugänglich gemacht, sondern auch in eine Ausstellung zur Geschichte des Nationalsozialismus an der Saar integriert werden.

Gestapo-Zelle mit Originaltür © Historisches Museum Saar
Museumsneubau nach Plänen von Gottfried Böhm © Historisches Museum Saar
Der Bau zitiert den barocken Marstall an dieser Stelle © Historisches Museum Saar

Am 9. November 1988, am 50. Jahrestag der Reichspogromnacht, wurde diese erste Abteilung des Museums mit dem Titel „Zehn statt tausend Jahre. Die Zeit des Nationalsozialismus an der Saar 1935-1945“ eröffnet.

Schon 1989 kam die zweite Abteilung hinzu, welche die Geschichte des Saarlandes von 1945 bis zur kleinen Wiedervereinigung mit Deutschland nachzeichnete.

Im Jahre 1993 wurde zusammen mit der Abteilung über das Saargebiet im Ersten Weltkrieg ein von dem international bekannten Architekten Gottfried Böhm geschaffener Museumsneubau eingeweiht. Mit dem Erweiterungsbau erhielt das Museum einen neuen Eingangsbereich sowie die Gelegenheit, Sonderausstellungen aus einem breiten Spektrum kulturhistorischer Themen zu präsentieren.
Begleitprogramme und vielfältige museumspädagogische Angebote für unterschiedliche Zielgruppen ergänzen das jeweilige Ausstellungsangebot.

Am 1. Januar 1994 wurde das Regionalgeschichtliche Museum unter dem Namen „Historisches Museum Saar“ in einen Zweckverband überführt, der gemeinsam vom Stadtverband Saarbrücken (heute Regionalverband Saarbrücken) und dem Saarland (Ministerium für Bildung und Kultur) getragen wird.

In den Jahren 2004 bis 2007 wurden die Überreste der Saarbrücker Burganlage aus Mittelalter und Renaissance ergraben und vom Museum aus zugänglich gemacht.

Freilegung des Burggrabens © Regionalverband Saarbrücken, Christof Kiefer

Mit der 2008 neugestalteten Dauerausstellung wird die Geschichte des Saarlandes vom Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bis zum Anschluss des autonomen Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland 1957/59 lückenlos nachgezeichnet.

Seit 2023 arbeitet das Historische Museum Saar an der Neukonzeption seiner Dauerausstellung.
Mit Neueröffnung der Unterirdischen Burg und des Roten Turmes im Mai 2026 ist der erste Teil davon abgeschlossen. Interaktive, mediale Inszenierungen veranschaulichen die 14 Meter unter der Erde liegenden Architekturreste und ihre Bauphase. Ein großformatiger Animationsfilm zeichnet die Entwicklung der Burgen und Schlösser auf dem Saarbrücker Felsen nach.

Das Museum verfügt über eine umfangreiche und stetig wachsende Sammlung von Objekten, die in der Saarregion hergestellt wurden, hier Verwendung fanden und/oder in besonderer Beziehung zur Geschichte der Region stehen.


Hier finden Sie die aktuelle Satzung des Zweckverbandes Historisches Museum Saar.

Burgen und Schlösser auf dem Felsen

Schlosssanierung und Grabungen auf dem Schlossplatz © Regionalverband Saarbrücken, Thomas Salzmann

Das Saarbrücker Schloss thront auf einem natürlichen Sandsteinfelsen über der Saar. Es entstand von 1738 bis 1748 an der Stelle seiner Vorgängerbauten, der mittelalterlichen Burg und dem Renaissanceschloss. Das Barockschloss wurde von Baumeister Friedrich Joachim Stengel als Zentrum des heutigen Alt-Saarbrückens angelegt. Die Achsen dieser ersten von Fürst Wilhelm Heinrich beauftragten Stadtplanung sind bis heute erhalten und deutlich sichtbar.

Infolge der französischen Revolution niedergebrannt, erlebte das Schloss in den darauffolgenden zwei Jahrhunderten verschiedene Bauphasen und Nutzungen. Heute ist es als „Bürgerschloss“ nicht nur Dienstsitz des Regionalverbandes Saarbrücken, sondern auch ein beliebter Kultur- und Veranstaltungsort.

In den 1980er Jahren vollständig entkernt, wurde das Saarbrücker Schloss in Anlehnung an das Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert grundlegend saniert. Einzigartig und unverkennbar durch seinen postmodernen gläsernen Mittelbau, entworfen von Pritzker-Preisträger Prof. Dr. Gottfried Böhm.

Mit den rund um den Schlossplatz angesiedelten Museen und der Gastronomie ist das Saarbrücker Schloss ein beliebtes Ausflugsziel.

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