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Die Saarbrücker Burg und ihre Kasematten - Unterirdische Wehranlagen aus Mittelalter und Renaissance
Südwestbastion der Saarbrücker Burg, 16. Jahrhundert |
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In dieser neuen Abteilung des Museums wird Geschichte für die Besucherinnen und Besucher auch zu einem räumlichen, am originalen historischen Ort erfahrbaren Erlebnis. Denn die unterirdischen stauferzeitlichen Wehranlagen der Saarbrücker Burg und die kürzlich freigelegten Festungswerke und Kasematten aus der Renaissance werden in die museale Präsentation einbezogen.
Über eine Treppe kann man zu den Überresten der mittelalterlichen Burganlage rund um den Roten Turm (13. Jh.) hinabsteigen. Neben dem aufgehenden Mauerwerk des Turmes selbst sind ein spätmittelalterlicher Mauerzug und die in den Burggraben vorspringende Südostbastion aus dem 16. Jahrhundert mit einer darin eingeschlossenen Zisterne zu besichtigen.
Eine moderne, besucherorientierte Ausstellung mit vielen Angeboten auch für Kinder verbindet die Ausgrabungen aus dem Mittelalter im Südosten des Schlossfelsens mit den Festungswerken aus der Renaissance.
Vorbei an einer originalen mittelalterlichen Schießkammer (15.Jh) gelangen die Besucher über einen Steg in den Burggraben und schauen hoch auf die gewaltige Südwestbastion der Renaissanceburg mit ihren Schießscharten. Graf Johann IV von Nassau-Saarbrücken ließ diese mächtigen Festungswerke zwischen 1563 und 1569 anlegen. Die Burgmauer erhebt sich von der Sohle des Grabens auf eine Höhe von 14 Metern. Der zum Teil aus dem Felsen herausgehauene Wehrgraben erreicht stellenweise eine Breite von 18 Metern. Über den Graben kann man, ausgerüstet mit Schwarzlichtfackeln, die zweigeschossigen Kasematten betreten, ihre Gänge und Kammern erkunden.
An verschiedenen Orten im Burggraben und in den Kasematten informieren Hörspielszenen, unterstützt durch eine ansprechende Lichtregie, z. B. über den Alltag der Burgbesatzung. Nachbauten einer Hakenbüchse und eines Geschützes auf Festungslafette veranschaulichen die militärische Funktion der Festungswerke. Verschiedene Informationsmodule wie ein Rad der Zeit und ein Buch der Geschichte laden zum aktiven Entdecken ein und erklären die historischen Zusammenhänge.
Zahlreich sind die unterirdischen Zeugnisse einer späteren Umnutzung der ursprünglichen Bauten. So wurden im Burggraben Reste eines „gedeckten „Ballhauses“ aus dem 17. Jahrhundert freigelegt, in dem Philipp und Johann, die Söhne des Grafen Ludwig, sich im damals in Adelskreisen beliebten Ballspiel „Paille Maille“ übten.
Neben dem Spielfeld erhebt sich von der Sohle des Burggrabens ein zweigeschossiges Verlies, das zu einem der beiden Wachhäuschen gehörte, die der Baumeister Friedrich Joachim Stengel in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts anlegen lies, um den damals seitlich noch offenen Graben zu sichern. Bei der endgültigen Gestaltung des Platzes vor der barocken Schlossanlage wurde der Graben Anfang der 1750er Jahre verfüllt und die Verliese verschwanden unter der Erde.
Das Areal rund um den roten Turm, eine Ausstellungs- und Vertiefungsebene und vor allem der gesamte ergrabene Bereich mit den Kasematten ermöglichen als multimedialer Erlebnisraum den Besuchern eine spannende, unvergessliche Zeitreise in die Geschichte Saarbrückens und der Saarregion.
weitere Infos unter:
www.saarbruecker-schlossfelsen.de
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