Vortrag Gibt es eine zweite Erde?, Mo., 15. 10. 2018, 19 h, Großer Saal VHS

© ESO (European Southern Observatory)
Foto: © Prof. Dr. Joachim Wambsganß

 

Vortrag

Prof. Dr. Joachim Wambsanß (Zentrum für Astronomie Heidelberg):

„Auf der Suche nach der zweiten Erde“

15. Oktober 2018, 19 h, Saarbrücken, Großer Saal, VHS Zentrum

Eintritt frei: Anmeldung erforderlich: 0681 506 4506

 

Das Historische Museum Saar lädt in Kooperation mit dem Lions Club Saarbrücken-Halberg zu einem Vortrag von Prof. Dr. Joachim Wambsanß ein. Der renommierte Astrophysiker wird zeigen, mit welchen Methoden die Astronomen heute nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen. Außerdem wird er der Frage nachgehen, ob eine „zweite Erde existieren könnte, und was es für uns bedeuten würde, wenn wir sie finden. 

 

Der Vortrag versteht sich als Fortsetzung der letzten gemeinsamen Veranstaltung von Museum und Lions Club: Wie auch schon der Vortrag von Prof. von Weizsäcker zur Zukunft der Menschheit im September, schlägt auch diese Veranstaltung einen Bogen zwischen einer historischen Dimension und Fragen der Gegenwart und Zukunft. So war die Entdeckung des ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems vor einem Vierteljahrhundert nicht nur ein Meilenstein in der Geschichte der Astronomie, sondern sie reiht sich auch in die Tradition des Zeitalters der Entdeckungen auf unserer Erde ein, das untrennbar mit Namen wie Christoph Kolumbus oder Vasco da Gama verbunden bleibt. Als auch zeitgeschichtlich ausgerichtetes Haus will das Historische Museum Saar mit diesem Vortrag die Entwicklungen der astronomischen Forschung der letzten Jahrzehnte zusammenfassen und die Rolle des Saarlandes als Standort für moderne Spitzentechnologie betonen.

 

 

Im Vortrag geht es zunächst um die Fragen, was denn eigentlich ein Planet ist und wann und wie „unsere" Planeten entdeckt wurden. Dann wird gezeigt, mit welchen Methoden die Astronomen heute nach Planeten um andere Sterne suchen und warum es so schwierig ist, extrasolare Planeten zu entdecken. Es werden neue Forschungsergebnisse präsentiert, die zeigen, dass im Mittel jeder Stern der Milchstraße von mindestens einem Planeten umkreist wird. Schließlich wird die Frage diskutiert, ob es wohl eine „zweite Erde" geben mag, wie wir sie finden könnten, und was das für uns bedeuten würde.

Die Sonne ist ein Stern wie Milliarden anderer in unserer Milchstrasse. Die acht Planeten im Sonnensystem – wie etwa Merkur, Venus, Mars oder Jupiter – sind wohl bekannt und auch sehr gut untersucht. Bis vor 25 Jahren wusste niemand, ob es auch Planeten um andere Sterne gibt.

Im Jahre 1995 wurde zum ersten Mal ein Planet um einen Nachbarstern der Sonne gefunden. Diese Entdeckung machte weltweit Schlagzeilen. Inzwischen sind fast 4000 solche „extrasolaren" Planeten bekannt, mit teilweise ganz unerwarteten Eigenschaften: Viele der neu entdeckten Exo-Planeten haben große Massen und befinden sich sehr nahe an ihrem Mutter-Stern, entsprechend haben sie sehr kurze Umlaufszeiten und hohe Oberflächen-Temperaturen. Andere bewegen sich auf stark elliptischen Bahnen: mal sind sie ganz nah am Stern, mal weit weg.

 

Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung beim Historischen Museum Saar erforderlich unter: 0681 - 506 4506 während der Öffnungszeiten des Museums oder per e-mail:  info@hismus.de. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, werden die eingehenden Anmeldungen in der Reihenfolge ihres Eingangs bis zur maximalen Teilnehmeranzahl berücksichtigt. Der Eintritt ist frei. Ort der Veranstaltung ist der Große Saal im VHS-Zentrum am Saarbrücker Schlossplatz.

 

Vita:

Prof. Dr. Joachim Wambsganß ist Astrophysiker. Er ist Professor an der Universität Heidelberg und Direktor des Astronomischen Rechen-Instituts am Zentrums für Astronomie (ZAH). Prof. Wambsganß ist Experte für Gravitationslinsen und Kosmologie und beschäftigt sich auch mit der Suche nach extrasolaren Planeten und der Frage, ob es im Universum erdähnliche Planeten gibt. Wambsganß ist zur Zeit Präsident der „Astronomischen Gesellschaft“ sowie Vorsitzender des „Rats deutscher Sternwarten“. Er wurde bereits mehrfach mit Wissenschaftspreisen ausgezeichnet, im Jahre 2006 wurde der Asteroid "(19162) Wambsganss" nach ihm benannt.

 

Foto: © Prof. Dr. Joachim Wambsganß