Saargeschichte plakativ

17. Mai bis 6. September 2015

 

Mit der Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Ende der 1950er Jahre sah sich das nunmehr jüngste Bundesland vor große Herausforderungen gestellt. Vor allem galt es, möglichst rasch Anschluss an das im „Wirtschaftswunderland“ herrschende Fortschrittsniveau zu finden. Gerade für die Saarwirtschaft war dieser Anpassungsprozess ausgesprochen kompliziert. Sie kämpfte gegen eine übermächtige Konkurrenz, deren „neue“ Produkte heiß begehrt waren.

 

Im Alltag jener Jahre war diese schwierige Annäherung in einem allgegenwärtigen Medium sichtbar: den Plakaten und Anschlägen in Stadt und Land. In ihnen spiegelten sich in einem weiteren Sinn die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnisse an der Saar nach der „kleinen Wiedervereinigung“ wie in einem Brennglas.

 

In einer Auswahl von rund 130 saarländischen Plakaten stellt die Ausstellung beispielsweise die Parteienlandschaft und die politischen Themen der „Röder-Jahre“ vor. Sie zeigt, wie zahlreiche Dorf- und Stadtfeste das Wir-Gefühl bestärkten und immer mehr Bürgerinitiativen sich für Denkmalschutz und innerstädtische Verkehrsberuhigung einsetzten. Derweil führten viele traditionsreiche saarländische Produkte wie „Lasso“ oder „Hexim“ einen letztlich aussichtslosen Überlebenskampf gegen auswärtige Markenartikel.

 

Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Plakaten, die das reiche Angebot unterschiedlichster kultureller Veranstaltungen vorstellen – von „Hallo Twen“ bis zum „Pariser Modernen Ballett“, von der „Publikumsbeschimpfung“ bis zu den „Wühlmäusen“ oder vom „Uni-Film“ bis zum Jazzkonzert in der „Gießkanne“. Hier wird deutlich, wie sich die Beziehungen des Landes nach „draußen“, zum übrigen Deutschland, zu Frankreich und zum „Rest der Welt“ gestalteten, aber auch welche Einflüsse von „draußen“ das Leben der Saarländerinnen und Saarländer veränderten.

 

Die Ausstellung findet mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Saarbrücken statt.