Kunststoff-Welten

Kunststoff-Welten

Der Aufbruch in die "Plastikzeit"
20. September 2009 bis 31. Januar 2010

 
Styropor, Bakelit, Nylon, Perlon Celluloid usw...

Seit mehr als 140 Jahren verändern künstlich hergestellte Werkstoffe die Welt und das Verhalten der Menschen. Im 20. Jahrhundert gelang ihr großer Durchbruch und es gibt kaum eine Lebenssituation, in der wir nicht von Gegenständen aus Kunststoff umgeben sind.


Die Geschichte der Kunststoffe beginnt mit den frühen Ersatzstoffen für seltene und damit teurere Materialien. In den 1920er und 30er Jahren verwandten Gestalter z.B. bei Modeschmuck erstmals Kunststoffe nicht als Imitat, sondern als Material mit eigener Ästhetik.


Mit der Befreiung der Formen in den 1940er Jahren bis zur Euphorie der Fifties und Sixties, in denen der Kunststoff zum Synonym für Moderne und Fortschritt wurde, war das Material schließlich gleichbedeutend mit „jung“, „dynamisch“ und „demokratisch“. Der orangefarbene Fön von Braun nach einem Entwurf von Dieter Rams, die Tischlampe „Gherpe“ aus Plexiglas in Neongrün oder der berühmte Panton-Stuhl wären ohne die spezifischen Eigenschaften von Plastik nicht möglich. Nach der Ölkrise und Angesichts der wachsenden Müllberge aus nicht verrottenden Plastikteilen gerieten Kunststoffe in Misskredit. Trotz der Produktion von Massenware brachten erst Recycling und vor allem Recycling-Design wieder größere Akzeptanz. Heute sind z.B. Faserkunststoffe in Medizin, Technik und Sport technisch führend und Gestalter aller Sparten schöpfen die formalen Möglichkeiten des Materials bewusst aus.


Gemacht wurde die Geschichte des Kunststoffs von Männern mit Erfindungsgeist. Ihnen ist die Ausstellung „Kunststoff-Welten gewidmet:

Angefangen mit dem Amerikaner John Wesley Hyatt, der 1868 Celluloid entwickelte, durch das die Billardkugeln aus Elfenbein ersetzt wurden, und ohne das letztlich die Filmfabrik Hollywood nicht entstanden wäre. Dann der Belgier Leo Hendrik Baekeland, der mit „Bakelit“ den ersten vollsynthetischen Kunststoff erfand, bis hin zu Karl Ziegler, ohne dessen bereits 1953 patentiertes Polyethylen es weder Hula-Hoopreifen, Tragetaschen noch Tupperware, aber auch nicht den Designerstuhl aus recyceltem Plastikmüll gäbe.

 

Fast alle Exponate der Ausstellung stammen aus der einzigartigen Sammlung des Kunststoff-Museums-Vereins Düsseldorf. Neben vielen Alltagsgegenständen, aber auch Designikonen aus Kunststoff, steht in der Ausstellung eine Maschine, an der Spritzguss vorgeführt wird, damit auch die technische Seite nicht zu kurz kommt.