Aktuelles

Aktuelle Veranstaltungen

 

Foto: Internationaler Museumstag 2019, Historisches Museum Saar, Oliver Dietze

 

Lebendige Geschichte im Historischen Museum Saar

am Internationalen Museumstag, 15. Mai 2022, 10-18 h

 

Programm

Vortrag/Darstellung Rüstkunde

Anhand eines gotischen Vollharnischs wird über die Entwicklung der Rüstung vom Kettenhemd zur Vollrüstung berichtet. Die Gründe wie veränderte Kriegsführung werden dargelegt auf Grundlage der Funde und Befunde der Burg Saarbrücken (Armbrust, Beckenhaube, Schießkammer). Der Harnisch wird dann angelegt. Die Einzelteile werden erläutert und die Beweglichkeit aufgezeigt. So zeigt sich, dass der Harnisch des 15. Jahrhunderts durchaus komfortabel und tragbar war.

Ort: Model Renaissanceschloss, Uhrzeit: 14:00 Uhr, 16:00 Uhr

 

 

Vortrag/Darstellung Ein Engländer im Saargebiet

Edmund Fitz Warren-Warner hatte Glück. Aus einer südenglisch-deutschen Familie stammend, nahm er auf britischer Seite am ersten Weltkrieg teil, wurde verwundet und sah 1918 einer ungewissen Zukunft entgegen. Während viele andere Veteranen um ihr Auskommen bangen mussten, trugen ihm seine Verbindungen jedoch einen inoffiziellen Auftrag der Regierung seiner Majestät ein: Er sollte ein Auge auf die Entwicklung des neugeschaffenen Saargebiets halten, aus dessen Grenzgebiet seine deutschen Vorfahren stammten. So erlebte er die turbulenten „Goldenen Zwanziger“ und den harten Abstimmungskampf, an dessen Ende das Saargebiet Teil des nationalsozialistischen Deutschlands wurde.

Ort: Abteilung Saargebiet (1920-1935), Uhrzeit: 11:45 Uhr, 13:00Uhr, 17:00 Uhr

Vortrag/Darstellung Ein Unternehmer im Industrierevier an der Saar

Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart prägte die Montanindustrie das Saarland und seine Einwohner. In der ständigen Abteilung zum Kaiserreich werden aus der Sicht eines Unternehmers Themen aus dem Bereich Industriekultur auf spannende Weise miteinander verbunden, von der "Bergmannskuh" bis hin zu den Stahlbaronen Stumm und Röchling.

Ort: Abteilung Kaiserreich, Uhrzeit: 10:15 Uhr,11:15 Uhr, 12:30 Uhr, 15:00 Uhr,

 

Hinweis:

Vor allem nachmittags kann es bei den Darbietungen in den Ausstellungsräumen zu größerem Besucherandrang kommen. Eine Platzreservierung ist nicht möglich. Bei der Besichtigung der unterirdischen Burg können Wartezeiten entstehen. Wir bitten, auch auf die Unebenheiten im Burggraben zu achten und festes Schuhwerk zu tragen.

Die sonst üblichen Sonntagsführungen "Von der Burg zum Schloss" und die Ritterführung für Kinder können an diesem Tag nicht stattfinden.

Die Sparkasse Saarbrücken hat freundlicherweise die Eintrittsgebühren übernommen.


Foto: Weinkeller im ehemaligen Casinogebäude, Anfang 20. Jahrhundert © Lothar Arnold, Fotograf unbekannt

 

Geschlossene Gesellschaft. Eine Präsentation anlässlich 225 Jahre Saarbrücker Casino-Gesellschaft

Im Jahr 2021 feierte die traditionsreiche Saarbrücker Casino-Gesellschaft ihren 225 Geburtstag. Mit einer Sonderpräsentation erinnert das Historische Museum Saar ab dem 1.Februar 2022 an ihre wechselvolle Geschichte. Im Laufe des Monats Februar wird die Restaurierungswerkstatt des Museums in die Ausstellungshalle verlegt, so dass man im Rahmen der Präsentation auch Anton von Werners Monumentalgemälde „Ankunft König Wilhelms“ besichtigen kann. Das Gemälde zeigt den Empfang des preußischen Monarchen 1870 in Saarbrücken durch angesehene Saarbrücker Bürger, darunter auch Mitglieder der Casino-Gesellschaft wie Carl Schmidtborn, Friedrich Quien und Eduard Karcher. Texttafeln, ausgewählte Objekte, Zeichnungen und Fotos ergänzen die Präsentation.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts gewann das aufstrebende Bürgertum auch an der Saar an ökonomischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Unter dem Einfluss der Aufklärung wurden die Privilegien der adligen Führungsschicht in Frage gestellt.

Führende Kaufleute schlossen sich zu Gesellschaften zusammen. 1776 wurde die Saarbrücker Kranengesellschaft gegründet. Seit den 1770er Jahren gab es daneben auch die „Saarbrücker Abendgesellschaft“, eine Art bürgerlicher Lese-und Debattierclub. Als dann am 1. September 1796 Mitglieder der Kranen- und der ehemaligen Abendgesellschaft ein „Colleg“ als Ort geselligen Zusammenseins gründeten, war dies die eigentliche Geburtsstunde der Saarbrücker Casino-Gesellschaft, die sich erst am 5. Januar 1817 unter diesem Namen neu konstituierte, aber die Satzung des Collegs beibehielt. Daher gehört die Saarbrücker-Casino Gesellschaft heute zu den ältesten Casino-Gesellschaften Deutschlands.

Zu den alteingesessenen Kaufleuten wie den Familien Karcher, Köhl, Korn, Röchling und Schmidtborn gesellten sich nach 1870 neben preußischen Beamten und Akademikern auch Offiziere, da Saarbrücken 1820 Garnisonsstadt geworden war. Seit 1826 wurden „ständige“ und „unständige“ Mitglieder unterschieden, wobei erstere einen Wohnsitz in Saarbrücken vorweisen mussten. Die alteingesessenen Saarbrücker wollten sich so von äußeren Einflüssen abgrenzen.Mitte des 19. Jahrhunderts sollte die Casino-Gesellschaft einen Neubau erhalten. Dazu erwarb sie das Gelände in den „Herrengärten“ an der Saar. Ein Wettbewerb wurde ausgeschrieben, den der Kölner Stadtbaumeister Julius Carl Raschdorff als einer von 23 Bewerbern gewann. Ende 1866 erfolgte die Fertigstellung des Baus, heute Sitz des saarländischen Landtags. Im Mai 1954 wurde das aktuelle Gebäude der Casino-Gesellschaft in der Bismarckstraße eröffnet. Mit einer Satzungsänderung 1968 konnten auch Frauen vollumfänglich Mitglied werden.  Einen monatlichen Stammtisch mit Damen führte man erst 1974 ein. Bis zum offiziellen Ende der reinen Männerstammtische dauerte es noch zehn Jahre.

Im Jahr 2019 fusionierten der 2001 gegründete Wirtschaftsclub Saar-Pfalz-Moselle e.V., und die Saarbrücker Casino-Gesellschaft zum „Wirtschaftsclub Saar-Pfalz-Moselle - Saarbrücker Casino Gesellschaft“.

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