Sonderausstellung
Gottfried Böhm
Bauten und Projekte im Saarland
7. bis 28. März 2010
Eröffnung am 7. März 2010 um 11.00 Uhr in Anwesenheit von Gottfried Böhm
Prof. Gottfried Böhm beging im Januar seinen 90. Geburtstag. Seit 20 Jahren ist das sanierte Schloss mit dem Mittelbau von Gottfried Böhm wieder die Stadtkrone Saarbrückens. Dies nimmt der Deutsche Werkbund Saar gemeinsam mit dem Regionalverband Saarbrücken und der Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss zum Anlass, in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und dem Historischen Museum Saar eine Ausstellung mit den saarländischen Bauten und Projekten Gottfried Böhms zu zeigen.
Gottfried Böhm zählt seit 60 Jahren zu den bedeutendsten deutschen Baumeistern, ist einziger deutscher Pritzker-Preisträger, dem Nobelpreis für Architektur und immer noch tätig. Er begann als Kirchenbauer und hat mit 69 sakralen Werken den Bau von Kirchen bis in die 1970er Jahre entscheidend beeinflusst. Im Saarland stehen mit St. Albert auf dem Rodenhof und St. Hildegard in Sulzbach-Neuweiler zwei Frühwerke, während St. Ludwig in Saarlouis annähernd gleichzeitig mit der einem Betonfelsen vergleichbaren Wallfahrtskirche in Neviges Mitte der 1960er Jahre entstand. Der skulpturale Umgang mit Beton machte Gottfried Böhm international bekannt.
Ab 1970 konzentrierte sich seine Tätigkeit auf öffentliche Bauten, Geschäfts-, Wohn- und Siedlungsbauten und städtebauliche Projekte. Als einer der ersten Nachkriegsarchitekten hat er wieder die Bedeutung der vorhandenen Bausubstanz und des überkommenen Stadt- und Ortsbildes respektiert und in diesem Zusammenhang seine Neubauten errichtet. Er hat sich nie dem Diktat einer strengen Rasterarchitektur unterworfen, sondern mit seinen sehr plastisch wirkenden, phantasievollen Bauwerken eine für den Menschen erlebbare Architektur geschaffen.
Böhm entwickelt all seine Entwürfe über Handzeichnungen. In der vom Deutschen Werkbund Saar konzipierten Ausstellung wird das saarländische Werk vorgestellt mit originalen Kohlezeichnungen, Fotografien aus der Entstehungszeit sowie mit heutigen Aufnahmen. Dazu kommen zwei große Modelle, Urkunden, Publikationen und ein Film mit und über Böhm.
In elf Stationen sind die Kirchen zu sehen, das Gutachterverfahren Saarbrücker Schloss, die Wohnbebauung Talstraße, die Stadtmitte Dudweiler mit dem Bürgerhaus und das Saarbrücker Schloss, der Umbau des Staatstheaters, Saarbrücken-Malstatt und im Original, das von Böhm erbaute Historische Museum. Gezeigt wird auch das Spätwerk Böhms, der neue Glockenturm von St. Hildegard.
Es erscheint ein Künstlerbrief „Gottfried Böhm im Saarland“, für den Deutschen Werkbund Saar herausgegeben vom Institut für aktuelle Kunst, Saarlouis mit Texten von Marlen Dittmann und Johann Peter Lüth.
Zu erwerben ist auch ein von Böhm signierter Druck von der Originalzeichnung für das Deckenbild im Festsaal des Schlosses, Auflage 30 Exemplare.
Der Eintritt in die Sonderausstellung ist frei.
Am 25. März 2010, findet um 19.00 Uhr eine Begleitveranstaltung statt.
Prof. Dr. Wolfgang Pehnt (Köln) spricht über das Werk Gottfried Böhms, eine Diskussion zur jüngsten Geschichte des Saarbrücker Schlosses schließt sich an.
Teilnehmer sind: Regionalverbandsdirektor Peter Gillo, Landeskonservator i.R. Johann Peter Lüth, Prof. Dr. Georg Mörsch, Zürich und Prof. Dr.Wolfgang Pehnt.
Die Moderation hat Dietmar Schellin, SR.

