Sonderausstellung

Sonderpräsentation ältestes Zauberbuch : Discoverie of Witchcraft

Bis zum 18. Juni 2017 präsentiert das Historische Museum Saar das vermutlich älteste Zauberbuch der Welt.

 

Die 1584 erschienene "Discoverie of Witchcraft" des britischen Landedelmanns und Friedensrichters Reginald Scot (vor 1538 - 1599) ist eine theologisch und juristisch motivierte Aufklärungsschrift, mit der sich Scot gegen die Praktiken der Hexenverfolgung im England der späten Tudor-Jahre zur Wehr setzte.


Das Werk wurde aber auch zu einem Meilenstein in der Geschichte der Zauberliteratur und gilt als erstes englisches Zauberbuch. Tatsächlich sind nur etwa dreißig von sechshundert Seiten dieser enzyklopädischen Studie über den Dämonenglauben des elisabethanischen England Taschenspielertricks gewidmet. Er beschreibt unter anderem Taschenspieler-,Münz- und Kartentricks, sowie Seilkunststücke und spezielle Zaubertricks, z.B. das so genannte „Enthauptungsexperiment“. Scot glaubte, die Gaukler vor der Anklage wegen Hexerei bewahren zu können, wenn er zeigte, dass ihre Kunst auf schlichter Fingerfertigkeit beruhte und nicht auf übernatürlichen Kräften. Es ging ihm nicht darum, eine Anleitung zum Zaubern zu geben. Sein Anliegen war vielmehr ethisch motiviert. Wegen des Verrats der Trickgeheimnisse hatte er sogar ein schlechtes Gewissen, weil die armen Menschen von ihrer Geschicklichkeit lebten. Dass Scots Buch zu einer "Bibel" der Zauberkunst wurde, liegt daran, dass die von ihm beschriebenen Kunststücke schon bald nach dem Erscheinen des Werkes von anderen Autoren weiterverbreitet wurden.