Kaiserreich

Nach dem Ende des Deutsch französischen Krieges gehörte die Saaregion zum Deutschen Kaiserreich. Olgemälde von Max Usadel und Philipp Panjen zeigen Kaiser Wilhelm I., seinen liberale Ideen vertretenden Sohn Friedrich III, der nur 88 Tage regierte, und dessen Sohn Wilhelm II., der für das neue Reich einen „Platz an der Sonne“ anstrebte und durch seine Flottenrüstung England herausforderte.

 

Die als „Bergmannskuh“ bezeichnete Geiß steht für die Nebenerwerbslandwirtschaft der saarländischen Bergarbeiter. Der Bergfiskus unterstützte den Bau von Eigenheimen, die es den Beschäftigten erlaubten, auf kleineren Parzellen Gemüse, Kartoffeln und Getreide anzubauen und kleine Nutztiere zu halten.

Die Wirtschaft der Saaregion erlebte im Kaiserreich einen großen Aufschwung Es war die große Zeit des Aufstiegs der Weltfirmen Adt und Villeroy & Boch sowie der „Stahlbarone“ Stumm und Röchling. Eine Werkzeugtafel mit riesigen Schraubenschlüsseln und ein 500 kg schwerer Werkzeug- und Aktenschrank aus Stahlplatten, der einem Obermeister auf der Burbacher Hütte gehörte, veranachaulichen die neuen Dimensionen dieses Industriezweiges.

Produkte der „Fenner Glashütte“ stehen exemplarisch für einen der ältesten Industriezweige der Region. Die unter der Familie Raspiller eingeführte Produktion von Pressglas machte die Hütte zeitweise zum größten Hohlglashersteller Europas.

Die katholische Kirche begleitete mit ihren Riten und Festen die Arbeiter des Industriereviers von der Geburt bis zum Tod und gab ihnen Halt und Orientierung. Besondere Höhepunkte im Leben waren Wallfahrten wie ins französische Lourdes.

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