Fünfziger Jahre

Nach dem zweiten Weltkrieg war das Saarland ein selbständiger, aber eng an Frankreich angelehnter Staat. Als die entbehrungsreichen Jahre der unmittelbaren Nachkriegszeit vorbei waren, sollten neue Produkte wie das Schnellwaschmittel Valan der Hausfrau das Leben erleichtern.

In den 1950er Jahren veränderten sich die Wohnungen: Möbel und Accessoires aus Metallrohr oder Drahtgeflecht waren angesagt, und bunte, mit Resopal beschichtete Blumenbänke gab es fast in jedem Haushalt. Elektrische Geräte wie Mixer, Tischventilatoren und Heizgeräte waren Ausdruck neuen Wohlstands.

Während der zeit des autonomen Saarstaates gab es an der Saar 16 tabakverarbeitende Betriebe. Hergestellt wurde eine große Vielfalt von Tabakwaren darunter so bekannte Marken wie „Lasso“, „Halbe Fünf“ und „Rothfüchsel“, die in kleinen Läden verkauft wurden.

Die Vespa wurde in den 1950er Jahren zum Inbegriff von Mobilität und zum Symbol einer neuen Jugendkultur. Eine Besonderheit in dieser Inszenierung zum Thema Mobilität ist die „Saarbrücker Ampel“ aus der Zeit um 1955. Derartige Verkehrsampeln standen nur im Saarland. Vom Aussehen ähnelte sie den deutschen Ampeln, ihre Funktionsweise mit kleinen Lichtsignalen unten war jedoch den französischen abgeschaut.

Am 23. Oktober stimmte die saarländische Bevölkerung über ein Europäisches Saarstatut ab, das den deutsch-französischen Streit um die Saar beilegen sollte. Im Vorfeld der Abstimmung entbrannte ein heftiger Abstimmungskampf zwischen Befürwortern und Gegnern des Statuts, der auch in vielen Plakaten seinen Niederschlag fand.

 

Nachdem zwei Drittel der Bevölkerung das Europäische Saarstatut abgelehnt hatten, kehrte das Saarland in zwei Schritten zu Deutschland zurück: am 1. Januar 1957 politisch als damals 10. Bundesland und mit der Einführung der D-Mark am 6. Juli 1959, dem "Tag X", auch wirtschaftlich.