Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg beendete eine mehr als vier Jahrzehnte währende Friedensepoche. Der Alltag an der Heimatfront war geprägt durch Luftkrieg, Rüstungsproduktion, Sammelaktionen und die sich seit 1915 verschlimmernde Hungerkrise. Ein von der Sanitätswagenfabrik Köhler & Cie in Heidelberg gebauter
Krankentransportwagen des Roten Kreuzes diente der Versorgung der Verwundeten an der Front.

Angesichts der vielen Kriegsinvaliden setzte man große Hoffnungen in die medizinische Ersatzgliederforschung. 1916 hatte der Chirurg Ferdinand Sauerbruch mit dem nach ihm benannten Sauerbruch-Arm einen sensationellen Durchbruch erzielt. Doch solche Prothesen waren nicht in ausreichender Zahl vorhanden.

Der „Eiserne Ritter“ war ein hölzernes Kriegswahrzeichen zum Benageln, das 1915 in der Saarbrücker Ursulinenschule aufgestellt wurde. Die Kinder konnten Nägel kaufen und durch Benagelung dem Ritter eine Rüstung schmieden. Das Geld kam z. B. dem Roten Kreuz zugute.

In unzähligen selbst gefertigten Souvenirs spiegelt sich das Bewusstsein der Soldaten, an einem epochalen Ereignis teilgenommen zu haben. Autoren wie Erich Maria Remarque versuchten, die Erinnerung an die Schrecken des Krieges zu bewahren und warnten vor den Folgen des wachsenden Nationalismus. Andere wie Ernst Jünger idealisierten im Nachhinein den Weltenbrand als „reinigendes Stahlgewitter.“